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Artikel und Foto von Ingo Freihorst in der Volksstimme veröffentlicht am 04.04.2018

 

95 Apfelkerne in Wolle verpackt

 

Ikonen sind in deutschen Kirchen eher untypisch, doch können solche jetzt im Sandauer Turm besichtigt werden.

 

 

 

 

 

Künstler Dirk Niklaus aus dem brandenburgischen Haveldorf Wolsier informierte die Gäste über seine Ausstellung.

 

Foto: Ingo Freihorst

 

Sandau l Elf von Dirk Niklaus geschaffene Ikonenbilder können bis Ende Juli in der Ausstellungsebene des Sandauer Kirchturmes betrachtet werden. Zur Eröffnung hatten sich am Ostermontag etliche Gäste eingefunden, viele kamen vom Gottesdienst, welcher zuvor eine Etage höher stattgefunden hatte. Darunter befand sich auch der Kirchenchor, welcher unter der Leitung von Ex-Domkantor Gottfried Förster aus Havelberg die Vernissage musikalisch eröffnete.

 

Ingo Jurig, der Vorsitzende des gastgebenden Fördervereins, begrüßte die Anwesenden und übergab

das Wort an den Künstler Dirk Niklaus. Dieser berichtete, dass seine Frau Vera im Vorjahr mit der Ikonenmalerei begonnen hatte. Eingewiesen in die alte Kunst wurde sie von einem Meister im Kloster der russischen Kolonie Alexandrowka in Potsdam. Zur Eröffnung waren denn auch zwei von Vera Niklaus geschaffene Ikonen zu sehen.

 

Ikonenmaler sind der Ansicht, dass sie ihre oftmals symbolischen und kryptischen Werke schreiben statt malen. Wer es damit ganz genau nimmt, fastet sogar vorher, so ist man gereinigt. Die Goldfarbe, welche auf den Werken fast nie fehlt, steht übrigens für die Unendlichkeit. Die Kult- und Heiligenbilder sind seit dem 6. Jahrhundert in der orthodoxen Ostkirche – wie Rußland und Griechenland– verbreitet.

 

95 Apfelkerne zur Erinnerung an Luther

 

 

 

 

 

Klaus Gericke ertastete in der Zeitkapsel von Vera Niklaus die von Wollknäueln umhüllten Apfelkerne. Foto von Ingo Freihorst

 

Neben den Ikonen gibt es noch ein Bildnis, welches in der Mitte wie in einem Altar steht: Es kommt erst voll zur geldtung, wenn es im Dunkeln mit Blaulicht beleuchtet wird.

 

Zu sehen ist auch die „Zeitkapsel“ von Vera Niklaus: Sie hat die Form eines Hausaltars und wurde ringsum mit Schafwolle drapiert. Im Innern befinden sich 95 Apfelkerne, welche ebenfalls von Wolle umhüllt wurden. Im Lutherjahr 2017, als das Werk entstand, wollte die Schöpferin damit an die 95 Thesen Martin Luthers erinnern, welche dieser an die Wittenberger Kirchentür geschlagen hatte.

 

Von Beruf ist Dirk Niklaus aus dem brandenburgischen Haveldorf Wolsier Malermeister. Da lag es nahe, dieses Handwerk auch künstlerisch auszuüben. Seit 2000 ist er als Maler und Grafiker selbständig, drei Jahre zuvor zog er mit seiner Frau Vera von Potsdam nach Wolsier ins Havelland.


Artikel und Foto in der Volksstimme Havelberg veröffentlich am 27.03.2018

 

Die Schraffur der Äcker spiegelt sich auch in den „Havellandschaften“ von Dirk Niklaus wider, die in der Galerie der Domkurie D8 in Havelberg ausgestellt sind.

Foto: Andrea Schröder

 

Mit der Eröffnung der Ausstellung "Havellandschaften" ist die Domkurie D8 in Havelberg in die neue Saison gestartet.

 

 

Von

 

Andrea Schröder ›

 

 

 

Die Galerie wurde vor zwei Jahren eröffnet. Mit der Vernissage zur neuen Ausstellung am Freitagabend fiel der Startschuss für die neue Saison in der D8. Zu sehen sind „Havellandschaften“ von Dirk Niklaus aus Wolsier nahe dem Gülper See. „Meine Landschaftsbilder zeigen meine Auseinandersetzung mit dem ländlichen Raum an Havel und Elbe“, erzählt der 57-Jährige im Gespräch mit der Volksstimme. Endlose Weiten, farbige Details, Flora und Fauna inspirieren und fordern ihn heraus. „Prägend ist die Schraffur der Äcker mit ihren parallelen Linien, die spiegelt sich in meinen Bildern wider.“

 

Vor 20 Jahren ist Dirk ­Niklaus mit seiner Frau Vera von Potsdam aus ins Havelland gezogen. Sie renovierten ein barockes Herrenhaus und interpretierten es mit Deckenbildern und Wandmalereien neu. Die große Scheune ihres „Artlandes“ bot sich als Atelier an. Neben ihrer Kunst widmen sie sich auch der Imkerei. „Die Biene ist kulturgeschichtlich sehr interessant und wissenschaftlich gesehen noch immer nicht vollständig erforscht“, berichtet der Autodidakt, der seinen Handwerksmeister als Maler zugunsten der Kunst an den Nagel hängte.

Lesestoff im Café

 

Eine weitere Ausstellung von Dirk Niklaus, dieses Mal auch mit Werken von seiner Frau, wird am Ostersonntag, 1. April, im Sandauer Kirchturm nach dem Gottesdienst eröffnet.

 

Das Café, für das der Verein neue Servicekräfte eingestellt hat, ist nach der Winterpause nun wieder täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Bereich war im vergangenen Jahr vergrößert worden. Aus den Regalen können sich Besucher Spendenbücher zum Lesen her- ausnehmen. In der Bibliothek können Bücher ausgeliehen werden.

 

Im Regionalladen gibt es heimische Produkte wie Honig – übrigens von Dirk Niklaus –, Marmelade, Kerzen, Nudeln, Energieplätzchen, Kombucha, Gefilztes, Bücher und Postkarten. Möglicherweise wird das Angebot noch erweitert, wenn die geplante Einkaufsgemeinschaft „FoodCoop“ so richtig zum Laufen gekommen ist.

 

 


Artikel  und Foto in der Märkischen Allgemeinen von Norbert Stein veröffentlicht am 01.05.2017

 

Wolsier. Dirk und Vera Niklaus fühlen sich „geerdet“ in Wolsier. 1993 kam das Künstlerehepaar in das kleine Dorf im Ländchen Rhinow. Seither haben sie in der Dorfstraße 23 ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Das Grundstück am Dorfanger haben sie zum Künstlerhof Artland hergerichtet. Der 1753 errichtete Seitenflügel des ehemaligen Gutshauses ist heute ein Galerie-Ferienhaus. Das schon optisch auffallende Lila-Kunsthaus auf dem Hof ist ihr Zuhause.

 

 

Die Scheune auf dem Künstlerhof ist ein großes Atelier

 

Dirk Niklaus ist Maler. Er singt gern, ist aber auch ein Mann mit handwerklichem Geschick. Die Scheune haben er und seine Frau Vera, die sich der Seidenmalerei und neuerdings auch der Ikonenmalerei verschrieben hat, aber auch Imkerin ist, zu einem großen Atelier gestaltet. Es ist ihre Bauernkathedrale, die sie auch für Ausstellungen nutzen und den Sommer hindurch an jedem Sonntag für Besucher öffnen. Seit 2014 erweitern Gemeinschaftsausstellungen das künstlerische Angebot, die Dirk und Vera Niklaus mit Künstlern aus der Region gestalten. Mit Erfolg, wie Vera Niklaus sagt, weil seit der Sonntagsöffnung im Sommer zunehmend mehr Gäste kommen.

 

Eröffnet wird die Saison auf dem Künstlerhof Artland in jedem Jahr mit den Tagen des offenen Ateliers im Havelland. 2017 am 6. und 7. Mai und mit einer Gemeinschaftsausstellung unter dem Motto „Wir lieben die Malerei“. Ausstellen werden Dirk und Vera Niklaus in diesem Jahr gemeinsam mit Wilfried Schwarz und Brigitte Wanagas-Schwarz aus Rathenow. Die Gastgeber werden den Besuchern die Vielseitigkeit ihrer künstlerischen Arbeit präsentieren und erstmals Ikonenmalerei ausstellen. Vera Niklaus hat in letzter Zeit mehrere Seminare zur Ikonenmalerei belegt, so auch im Kloster Alexanderdorf.

 

Wilfried Schwarz ist ein sehr vielseitig arbeitender Künstler

 

Der frühere Kunstlehrer, Lehramtsleiter der Volkshochschule und Kulturamtsleiter in Brandenburg/H. Wilfried Schwarz (80) hat von 1974 bis 1980 die Förderklasse Malerei/Grafik des Bezirkes Potsdam besucht und ist ein intensiv arbeitender Künstler. Das Havelland, die Toskana und französische Landschaften, Porträts und Akte zeugen von seiner Vielseitigkeit, zu der auch künstlerische Stellungnahmen zu Zeitereignissen gehören, wie das Bild „Aleppo vor dem Krieg“. Brigitte Wanagas-Schwarz’ besonderes Interesse gilt der expressiven Kunst, dem Experiment mit Material und Technik, der Darstellung des menschlichen Körpers sowie dem Porträt.

 

Musikalisch eröffnet werden die offenen Ateliertage auf dem Künstlerhof Artland am 6. Mai um 13 Uhr vom Berliner Gesangsduo „Water View“ und der Liedermacherin Laila Kleveman. Thomas Kübler begleitet den Gesang von Dirk Niklaus auf dem Klavier. Am 7. Mai um 14 Uhr ist der Chor Wolsier unter Leitung von Traute Köttig zu Gast in der Bauernkathedrale. Der Geschichtswissenschaftler Lutz Kleveman liest aus seinem im April erschienenen Buch „Lemberg“

Artikel und Foto von Norbert Stein